Beobachtungsprojekt Frühe Falter

  • Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni), (c) Dagmar Lehwalter/NABU-naturgucker.de
    Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni), (c) Dagmar Lehwalter/NABU-naturgucker.de

Auf dieser Seite finden Sie alle wichtigen Informationen über unser Beobachtungsprojekt (Monitoring) „Frühe Falter“, in dessen Fokus einige in Deutschland besonders früh im Jahr bereits aktive Schmetterlingsarten stehen. Bei diesen Tieren handelt es sich um Tagfalter.

Bitte klicken Sie auf die folgenden Links, um direkt zu den entsprechenden Details weiter unten auf dieser Seite zu gelangen. Sie erfahren hier mehr darüber, weshalb den Beobachtungen jener früh aktiv werdenden Insekten eine hohe Bedeutung zukommt, wie Sie sich selbst am Projekt beteiligen können und woran Sie die im Fokus stehenden Arten erkennen. Selbstverständlich können Sie auch direkt mitmachen und Beobachtungen mithilfe unseres Meldeformulars übermitteln:

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Hintergründe

Viele unserer heimischen Schmetterlinge sind in jedem Stadium ihrer faszinierenden Entwicklung (Ei, Raupe, Puppe, Falter) an sehr spezifische Umweltbedingungen gebunden. Für die Eiablage und als Nahrungsquelle für die Raupen ist beispielsweise das Vorkommen bestimmter Pflanzenarten unabdingbar.

Bei der Überwinterung in Mitteleuropa verfolgen als wechselwarme Tiere nicht alle Tagfalter dieselbe Strategie. Diese häufig harte Phase kann als Ei, als Raupe, als Puppe oder als erwachsenes Insekt (Imago), also als Schmetterling überdauert werden. Dieser komplizierte Lebensprozess reagiert relativ sensibel auf vergleichsweise geringe Veränderungen der Umweltbedingungen. Aufgrund der vielfältigen Änderungen, die sich in den vergangenen Jahrzehnten ereignet haben, sind manche Schmetterlingsarten in Deutschland sehr selten geworden oder gar bereits völlig verschwunden.

Weil viele von ihnen sehr sensibel auf sich wandelnde Umweltbedingungen reagieren, gelten Schmetterlinge als herausragende Bioindikatoren. Werden sie in einem Lebensraum beobachtet oder eben nicht mehr, lässt dies direkte Rückschlüsse auf die ökologische Qualität und die Umweltbedingungen jener Umgebung zu. Je nach Falterart und Stabilität der Populationen können durch das Beobachten der Tiere deshalb Erkenntnisse im Hinblick auf das Funktionieren bzw. die Beeinträchtigung relevanter Ökosysteme und deren Vernetzung gewonnen werden. Veränderungen des Klimas lassen sich beispielsweise am geänderten Flugzeit- oder Überwinterungsverhalten ablesen.

Durch langfristige Schmetterlingsbeobachtungen sowie deren systematische Erfassung und vergleichende Auswertung über Jahre hinweg lassen sich diese Veränderungen sichtbar machen. Hier setzt unser Beobachtungsprojekt „Frühe Falter“ an, mit dem wir nicht nur Schmetterlingsbegeisterte, sondern alle Naturinteressierten gezielt ansprechen möchten. Wer zum Beobachten der Natur draußen ist und sich vielleicht eigentlich auf Vögel oder Pflanzen konzentriert, nimmt vermutlich trotzdem den einen oder anderen früh im Jahr fliegenden Falter wahr.

Auf die Schmetterlinge zu achten, hat nicht nur seinen eigenen Reiz, sondern kann in vielen Fällen darüber hinaus dabei helfen, die Bedeutung dieser Tiere und ihrer Lebensräume als Nahrungsgrundlage anderer Tiere, darunter die Vögel, besser kennenzulernen. So ist es etwa wichtig, die durch den Klimawandel bedingten Veränderungen von Flug- und Raupenzeiten der Schmetterlinge in Europa in ihren Wirkungen auf die Jungenaufzucht der Vögel, vor allem der Zugvögel, genauer zu erforschen.

Artenauswahl

Den sechs Arten dieses Projekts ist gemein, dass sie alle sehr früh im Jahr als erwachsene Individuen aktiv sind. Wie ist das möglich? Fünf dieser Spezies überwintern als erwachsene Falter, eine Art als Puppe. Aus diesen Puppen schlüpfen im Frühling die Schmetterlinge. Wie die Überwinterer können sie entsprechend früh im Jahresverlauf draußen angetroffen werden.

Etliche Beobachtungsprojekte konzentrieren sich auf seltene Arten. Das ist in diesem Fall anders, denn bisher sind die meisten unserer Zielarten in Deutschland noch weit verbreitet und häufig. Wir möchten es aber gern etwas genauer wissen.

Drei der für das Beobachtungsprojekt (Monitoring) „Frühe Falter“ ausgewählten Schmetterlingsarten kann man aufgrund ihres verbreiteten Vorkommens zwar gegenwärtig noch in die Kategorie Allerweltsarten einordnen. Aber es ist beachtenswert, dass die ehemalige rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken bereits im April 2014 mit Sorge berichtete: „Zitronenfalter, Kleiner Fuchs und Admiral werden immer seltener.“ Daher beziehen wir diese drei Arten in das Projekt ein, um die weitere Entwicklung mit Ihrer Hilfe genauer zu dokumentieren und zu analysieren.

Der Aurorafalter ist eine weitere der sechs Zielarten. Diese Spezies hat im Zuge der intensivierten Industrialisierung der Landwirtschaft und der Umwandlung von Wiesen in Ackerland in Mitteleuropa bereits viele Biotope verloren. Obwohl damit die Bestände mancherorts deutlich zurückgegangen sind, gilt der Aurorafalter bislang noch nicht als gefährdet. Aus unserer Sicht ist es wichtig, die Bestandsentwicklung kritisch im Blick zu behalten.

Mit dem Trauermantel haben wir eine Art ausgewählt, die in Deutschland noch in den 1950er-Jahren recht weit verbreitet war, aber seitdem nur noch regional und vereinzelt erscheint. Über die Ursachen wird in der Wissenschaft noch diskutiert. Gerade aus diesem Grunde sind die Dokumentation und die fortgesetzte Analyse der Entwicklung wichtig.

Anfang 2020 wurde das Monitoring „Frühe Falter“ in Kooperation mit dem → NABU-Landesverband Hessen um das Tagpfauenauge als sechste Spezies ergänzt. Gemäß der Roten Liste mit dem Stand von 2008 gilt es als ungefährdet. Angesichts der rasant fortschreitenden Veränderungen in der Insektenwelt in den vergangenen Jahren erscheint es uns dennoch sinnvoll, das Tagpfauenauge vorsorglich im Blick zu haben.

Beobachtungszeitraum

Unser Beobachtungsprojekt „Frühe Falter“ hat seinen zeitlichen Schwerpunkt von 03 bis 04, also von März bis April. Je nach Witterungsverhältnissen eines Jahres kann es bereits im Monat 02 (Februar) beginnen und sich bis in den Monat 05 (Mai) erstrecken.

Beobachtungszeitraum Frühe Falter

Beobachtungsaufgabe

Unser Beobachtungsprojekt „Frühe Falter“ bietet Ihnen die Möglichkeit, auf unkomplizierte Weise Daten für die Erforschung der Bestandsentwicklung und des zeitlichen Auftretens der Projekt-Zielarten zu sammeln. Diese Schmetterlinge zu erkennen, dürfte relativ leicht sein. Denn so früh im Jahr fliegen kaum andere Schmetterlingsarten, was mit einem geringen Verwechslungspotenzial einhergeht.

Melden Sie möglichst alle Sichtungen zu den weiter unten aufgeführten Arten auf → NABU-naturgucker.de, also gern zu unterschiedlichen Zeitpunkten gewonnene Beobachtungsdaten. Fotos der beobachteten Tiere sind immer willkommen!

Tipp: Gerne können Sie Fotos anderer Tiere, Pflanzen und Pilze hochladen – auch solche, die Sie nicht selbst bestimmen können. Sie können im Formular, das Sie zum Hochladen verwenden, ein Häkchen an der entsprechenden Stelle setzen und so die Aktiven der Gemeinschaft von NABU-naturgucker.de → um Bestimmungshilfe bitten. Probieren Sie es aus! (Link später nachtragen)

Zum Melden Ihrer Naturbeobachtungen müssen Sie entweder bei NABU-naturgucker.de registriert sein und den Ihnen bekannten Weg für die Dateneingabe wählen oder Sie nutzen unser bebildertes Meldeformular.

Der Vorteil der Nutzung dieses Formulars ist, dass Sie dafür nicht bei NABU-naturgucker.de registriert und angemeldet zu sein brauchen. Darüber hinaus unterstützt Sie das Formular dank der darin eingebetteten Bilder beim Erkennen der Zielarten.

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Wenn Sie im Formular am Computer auf eines der Artbilder klicken, öffnet sich ein Fenster, in dem Sie alle auf NABU-naturgucker.de vorliegenden bestimmungsrelevanten Fotos der jeweiligen Art sehen können. Somit haben Sie die Möglichkeit, Bildmaterial anzuschauen, das Ihnen typische Merkmale der jeweiligen Arten zeigt.

Tipp: Detaillierte Hilfestellungen zur Bedienung des Meldeformulars finden Sie hier. (Link später nachtragen)

Versehen Sie Ihre Beobachtungsmeldungen bitte mit möglichst genauen Angaben zu Anzahl, Zustand der Flügel (frisch geschlüpft/abgeflogen) und den Beobachtungsbedingungen mit Temperatur, Wetter etc. Wenn es möglich ist, melden Sie bitte auch die Pflanzenarten, an denen Sie die Falter beobachtet haben.

Vorstellungen der Zielarten

Zitronenfalter (Gonepterix rhamni)

Hier geht es zum → Artporträt auf NABU-naturgucker.de.

Zitronenfalter, (c) Rolf Jantz/NABU-naturgucker.de
Zitronenfalter, (c) Rolf Jantz/NABU-naturgucker.de

Die Art gehört zur Familie Weißlinge (Pieridae). Deutschlandweit gilt der Zitronenfalter derzeit als ungefährdet, doch er ist nicht mehr überall häufig.

Der Zitronenfalter ist ein großer, auffälliger und tagaktiver Schmetterling mit einer Flügelspannweite von 50 mm bis 55 mm. Männchen dieser Schmetterlingsart sind aufgrund der zitronengelben Färbung und der charakteristischen Ausbuchtungen an den Hinterflügeln im Spätwinter und im zeitigen Frühling unverwechselbar. Weibchen sind ein wenig blasser gelblich gefärbt. Sie sind aber zu Jahresbeginn für gewöhnlich die einzigen gelben Tagfalter in unserer heimischen Natur und somit leicht als Zitronenfalter zu erkennen.

Weil diese Falter bei uns als erwachsene Tiere (Imagines) im Freiland überwintern, sind sie mitunter sogar an warmen Wintertagen bereits im Februar unterwegs. Ab März zeigen sich diese Schmetterlinge bei passenden Witterungsbedingungen an vielen Stellen. Diese Überwinterer pflanzen sich fort und legen den Grundstein für eine weitere Generation, die ab Juni in Erscheinung tritt. Bis dahin sind alle Individuen, die überwintert haben, längst gestorben.

Verwechslungsarten

Später im Jahr könnten Zitronenfalter mit den ebenfalls gelb gefärbten Tagfaltern aus der Gattung Colias verwechselt werden. Weil unser Beobachtungsprojekt aber hauptsächlich in die Monate März und April fällt, ist die Verwechslungsgefahr recht klein.

Die ein wenig fahler gelb gefärbten weiblichen Zitronenfalter können bei flüchtiger Betrachtung im Sommer mit einigen anderen → Weißlingen verwechselt werden. Dies geschieht häufig vor allem dann, wenn die Tiere im Flug beobachtet werden.

Artimpressionen

Kleiner Fuchs (Aglais urticae)

Hier geht es zum → Artporträt auf NABU-naturgucker.de.

Kleiner Fuchs im Doppelpack, (c) Jörg Blaschke/NABU-naturgucker.de
Kleiner Fuchs im Doppelpack, (c) Jörg Blaschke/NABU-naturgucker.de

Er gehört zur Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Derzeit gilt der Kleine Fuchs in Deutschland als ungefährdet.

Diese Schmetterlinge sind tagaktiv und mittelgroß, ihre Flügelspannweite beträgt zwischen 40 mm und 50 mm. Typisch für sie ist ihre charakteristische rötliche Grundfärbung mit schwarzer und gelblicher Zeichnung der Oberseite der Vorder- und Hinterflügel. Am Rand (= marginal) sind besonders im frischen Zustand einzelne himmelblau gefärbte Flecken erkennbar. Auf den Vorderflügeln gibt es außerdem charakteristische weiße Flecken. Die Hinterflügel sind zum Körper hin zumeist dunkelbraun. Sie wirken in frischem Zustand bei einigen Individuen schwärzlich.

Den Winter überdauern diese Tiere als erwachsene Schmetterlinge (Imagines). Sie suchen dafür geschützte Orte wie zum Beispiel Keller, Dachböden, Garagen oder natürliche Verstecke wie beispielsweise Baumhöhlen auf. Schon an den ersten warmen Tagen des Spätwinters oder sehr frühen Frühlings lassen sich diese Schmetterlinge mitunter beobachten. Mehrheitlich werden sie im März und April wieder aktiv und pflanzen sich fort. Im weiteren Jahresverlauf treten ein bis zwei weitere Generationen des Kleinen Fuchses auf.

Verwechslungsarten

Es kann zu Verwechslungen mit ebenfalls sehr zeitig im Jahr fliegenden und recht ähnlich aussehenden → Großen Fuchs (Nymphalis polychlorus) kommen. Dieser hat aber nicht die beschriebene dunkle Färbung der Hinterflügel und ist größer als der Kleine Fuchs. Zudem finden sich bei ihm die blauen Randflecken nur auf den Hinterflügeln.

Grundsätzlich kommt für eine Verwechslung außerdem der → C-Falter (Polygonia c-album) in Frage, wenn nur oberflächlich hingeschaut wird. Die Färbung beziehungsweise Zeichnung auf der Oberseite der Flügel ist bei dieser Schmetterlingsart jedoch anders und die Flügelränder sind stark gebuchtet.

Artimpressionen

Aurorafalter (Anthocharis cardamines)

Hier geht es zum → Artporträt auf NABU-naturgucker.de.

Männlicher Aurorafalter, (c) Gerhard Gräf/NABU-naturgucker.de
Männlicher Aurorafalter, (c) Gerhard Gräf/NABU-naturgucker.de

Der Aurorafalter ist ein Vertreter der Familie der Weißlinge (Pieridae). Zurzeit gilt er in Deutschland als ungefährdet.

Bei diesen Tieren handelt es sich um eher kleine Falter mit einer Flügelspannweite von 35 mm bis 45 mm. Auf der Oberseite sind die Flügel der Weibchen fast vollständig weiß, sie zeigen dort lediglich einige kleine schwarze oder dunkelgraue Flecken. Männliche Individuen sind an ihren auffälligen orangefarbenen Bereichen der Vorderflügel gut zu erkennen. Individuen beider Geschlechter lassen sich anhand des gelblichgrünen bis gelblichgrauen Musters auf der Unterseite der Flügel sicher als Aurorafalter bestimmen.

Als Puppe erfolgt die Überwinterung bei dieser Schmetterlingsart. Etwa ab März schlüpfen aus den Puppen erwachsene Schmetterlinge, deren Flugzeit bis Ende Mai dauert. Die Raupen des Aurorafalters fressen bevorzugt an Schaumkräutern der Gattung Cardamine, sind darüber hinaus aber auch häufig auf der → Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) zu beobachten.

Verwechslungsarten

Eine gewisse Verwechslungsgefahr besteht bei flüchtiger Betrachtung oder beim Anschauen der Flügeloberseiten mit Individuen anderer Schmetterlingsarten aus der Familie der → Weißlinge. Dies gilt insbesondere für weibliche Aurorafalter. Deshalb ist es generell sinnvoll, die Flügelunterseiten zu betrachten, anhand derer sich Aurorafalter sicher bestimmen lassen.

Artimpressionen

Admiral (Vanessa atalanta)

Hier geht es zum → Artporträt auf NABU-naturgucker.de.

Admiral, (c) Sabine Frey/NABU-naturgucker.de
Admiral, (c) Sabine Frey/NABU-naturgucker.de

Der Admiral gehört zur Familie der Edelfalter (Nymphalidae). In Deutschland wird sein Bestand momentan als ungefährdet eingestuft.

Diese Tiere sind vergleichsweise groß, sie haben eine Flügelspannweite von 55 mm bis 65 mm. Auf der Oberseite sind die Flügel auffällig schwarz-braun, weiß und rot gefärbt. Halten die Tiere ihre Flügel zusammengeklappt, zeigen sich die bunt wirkende, schwarz, weiß, rot und blau gemusterte Unterseite der Vorderflügel und die hellbraun bis schwarz marmorierte Unterseite der Hinterflügel.

Vereinzelte Überwinterungen als erwachsene Falter sind in Deutschland zu beobachten. Meist handelt es sich bei den früh im Jahr zu beobachtenden Individuen um Zuwanderer aus Südeuropa; die Flugzeit im Frühjahr beginnt für gewöhnlich im März. In den folgenden Monaten lassen sich hierzulande viele dieser Schmetterlinge beobachten. Zum Herbst hin setzt dann die Wanderung ins Mittelmeergebiet ein, wo die Admirale überwintern.

Verwechslungsarten

Unter den in Deutschland heimischen Schmetterlingsarten ist an sich keine verwechslungsträchtige Spezies. Sogar mit seinem nächsten Verwandten, dem → Distelfalter (Vanessa cardui), ist der Admiral an sich nicht zu verwechseln. Letzterer hat ein eher hellbraunes Erscheinungsbild, während die Grundfarbe des Admirals klar schwarzbraun ist.

Artimpressionen

Trauermantel (Nymphalis antiopa)

Hier geht es zum → Artporträt auf NABU-naturgucker.de.

Trauermantel, (c) Istvan und Sabine Palfi/NABU-naturgucker.de
Trauermantel, (c) Istvan und Sabine Palfi/NABU-naturgucker.de

Der Trauermantel ist ein Vertreter der Schmetterlinge aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Im Vergleich zu früheren Zeiten gibt es heute weniger Trauermäntel in Deutschland, weshalb die Art inzwischen auf der Vorwarnliste der Roten Liste geführt wird. Momentan kommen diese schönen Insekten vor allem in montanen Gebieten wie dem Schwarzwald sowie in Bereichen im Osten Deutschlands vor. Eine Sichtung ist in jedem Fall etwas Besonderes!

Mit seiner Flügelspannweite von 55 mm bis 75 mm ist der Trauermantel eine stattliche Erscheinung. Er ist hauptsächlich schwarz-braun gefärbt und es gibt auf der Oberseite der Vorder- und Hinterflügel ein gelbliches Band, an das sich nach innen blaue Flecken anschließen (sogenannte Postdiskalflecken). Nach der Überwinterung ist das Gelb oft stark verblasst und wirkt dann eher weißlich.

Deutlich schlichter ist die Färbung der Flügelunterseiten. Diese sind überwiegend grauschwarz und haben einen blassen, hellgelben Rand. Wie auf der Oberseite gibt es auf der Unterseite der Vorderflügel an der Vorderkante zwei helle Flecken.

In witterungsgeschützten Verstecken wie zum Beispiel Baumhöhlen überwintern die erwachsenen Falter. Zumeist sind die Tiere ab März wieder aktiv.

Verwechslungsarten

Keine andere in Deutschland vorkommende Schmetterlingsart sieht so aus wie der Trauermantel. Verwechslungen scheiden somit normalerweise aus.

Artimpressionen

Tagpfauenauge (Aglais io)

Hier geht es zum → Artporträt NABU-naturgucker.de.

Tagpfauenauge, (c) Bärbel Serwazi/NABU-naturgucker.de
Tagpfauenauge, (c) Bärbel Serwazi/NABU-naturgucker.de

Das Tagpfauenauge gehört zur Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Momentan gelten seine Bestände in Deutschland als ungefährdet. Nahezu überall sind diese Insekten anzutreffen.

Mit einer Flügelspannweite von 50 mm bis 55 mm ist das Tagpfauenauge vergleichsweise groß. Anhand der auffälligen Augenflecken, von denen je einer die Oberseite der Vorder- und Hinterflügel ziert, ist die Art leicht zu erkennen. Die Grundfarbe der Oberseite der Vorder- und Hinterflügel ist ein kräftiges Rostrot. Auf der Unterseite sind Vorder- und Hinterflügel unauffällig bräunlich gemustert.

Für diese Schmetterlingsart ist die Überwinterung im Erwachsenenstadium, also als Falter, üblich. Meist werden die Tiere ab März wieder aktiv. Bei milden Temperaturen sind zuweilen bereits im Februar erste Individuen draußen anzutreffen.

Während des Herbstes suchen Tagpfauenaugen nach geeigneten Überwinterungsquartieren, die windgeschützt und nicht zu trocken sein sollten. Dabei dringen sie zuweilen in Gebäude ein, wo sie zum Beispiel in Kellerräumen zu finden sind. Versuchen die Falter eine Überwinterung auf Dachböden, sterben sie oft, weil es dort für gewöhnlich zu trocken ist. In der Natur überwintern Tagpfauenaugen unter anderem in Höhlen oder Fuchsbauen.

Verwechslungsarten

Erwachsene Individuen des Tagpfauenauges sind aufgrund ihrer auffälligen Augenflecken und wegen ihres Musters auf der Oberseite der Flügel nicht mit anderen Schmetterlingen zu verwechseln.

Artimpressionen

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