Igel & Maulwurf

  • Westeuropäischer Igel (Erinaceus europaeus), (c) Hubertus Schwarzentraub/NABU-naturgucker.de
    Westeuropäischer Igel (Erinaceus europaeus), (c) Hubertus Schwarzentraub/NABU-naturgucker.de
Meldeaktion Igel & Maulwurf, (c) Janosch

Manche Arten kommen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft sogar im Siedlungsbereich vor. Beobachtungen werden trotzdem vergleichsweise selten gemeldet. Ein Beispiel ist der Europäische Igel (Erinaceus europaeus). In den ersten acht Monaten des Jahres 2023 wurden nur rund 500 Beobachtungen aus Deutschland auf NABU-naturgucker.de eingetragen. Zum Vergleich: Für das ebenfalls in unserer Nachbarschaft lebende Rotkehlchen (Erithacus rubecula) liegen aus demselben Zeitraum über 7 500 Beobachtungen vor!

Sicher trägt die dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise des Igels dazu bei, dass er weniger häufig als Gartenvögel wie das Rotkehlchen gesehen wird. Angesichts der schrumpfenden Bestände vieler Tierarten stellt sich aber die Frage, wie häufig der Igel derzeit ist. Und der Maulwurf (Talpa europaea), ein weiterer „tierischer Heimlichtuer“.

Vor allem in Bezug auf den Igel ist es wichtig, möglichst viel über seinen aktuellen Status zu erfahren. Eine im Jahr 2011 veröffentlichte Studie1 besagt, dass er damals im urbanen Raum Deutschlands häufiger vorkam als in der Kulturlandschaft. Dies dürfte sich inzwischen nicht geändert haben. Weil im städtischen Umfeld vor allem mit dem Straßenverkehr und Mährobotern, aber auch in Form aufgeräumter Gärten und dadurch hervorgerufenem Lebensraummangel das Leben für den Igel schwierig ist, wären Einblicke seine tatsächliche Verbreitung wichtig. Dies gilt umso mehr, weil der Igel im Jahr 2023 auf die Vorwarnliste der Roten Liste gesetzt wurde. Konkrete Zahlen zum Maulwurf liegen ebenfalls nicht von überall vor.

2023 wurde die Meldeaktion „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“ ins Leben gerufen, deren Ziel es ist, die Aufmerksamkeit auf diese beiden Säugetierarten zu lenken und Beobachtungsdaten zu sammeln. Dieses deutschlandweite Monitoring ist ein gemeinsames Projekt von der → Deutschen Wildtier Stiftung, NABU|naturgucker, dem → Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, der → Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822, dem → NABU Bundesverband und dem → Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V. Prominente Unterstützer der Mitmach-Aktion sind → Janoschs Tiger und Bär.

Beobachtungen melden – so geht’s

Schon jetzt vormerken!

Vom 17. bis 27. Mai 2024 findet der nächste Meldezeitraum der Mitmachaktion „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“ statt!

Zweimal jährlich gibt es Meldezeiträume, um langfristig eine tragfähige Datensammlung aufzubauen. Jeweils im Frühling und im Herbst werden Belege für Sichtungen gesammelt. Wer einen Igel, einen Maulwurf oder dessen Hügel sichtet, kann die Beobachtungen ganz einfach per → Web-App melden; eine Installation ist nicht erforderlich. Fotos sind ebenfalls willkommen, dasselbe gilt für Videos. Diese lassen sich am besten direkt via NABU-naturgucker.de hochladen.

Weil wir unabhängig von den Meldezeiträumen daran interessiert sind, Daten über die aktuellen Vorkommen von Igeln und Maulwürfen zusammenzutragen, können Sie Sichtungen dieser Tiere selbstverständlich ganzjährig auf NABU-naturgucker.de dokumentieren – gern mithilfe der Web-App.

Weshalb Name und E-Mail-Adresse beim Melden wichtig sind

Vielleicht fragen Sie sich, weshalb Sie beim Melden Ihrer Beobachtungen mithilfe unserer Web-App Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse angeben müssen. Das hat wichtige Gründe:

  • Wir sind dazu verpflichtet, die gesetzlichen Vorgaben zur Kennzeichnung Urheberrecht zu befolgen. Das bedeutet, auf unserer Webseite dargestellte Beobachtungen und Bilder müssen mit den Namen der Melder*innen gekennzeichnet werden. Hintergrundinformationen dazu finden Sie in einem → Beitrag zu diesem Thema.
  • Alle mithilfe der Web-App gemeldeten und auf NABU-naturgucker.de veröffentlichten Beobachtungen und Bilder werden der Forschung und dem Naturschutz zur Verfügung gestellt. Bei der Auswertung der Daten kann es geschehen, dass sich Rückfragen zu einzelnen Sichtungen ergeben. Dafür ist es wichtig, dass wir Sie per E-Mail erreichen können. Sollen Ihre Daten in einer wissenschaftlichen Publikation zitiert werden, erfolgt dies in der Regel wegen der Urheberrechtsvorgaben mit Namen; siehe dazu auch Punkt 1.
  • Grundsätzlich behandelt NABU-naturgucker.de Ihre personenbezogenen Daten so, dass die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union erfüllt sind. Hier finden Sie unsere → Datenschutzerklärung.

    Tipps zur Technik

    Am besten läuft die Web-App im Browser Chrome. In anderen Browsern kann es zu längeren Ladezeiten etc. kommen. Nach einiger Zeit (meist ca. 15 Minuten) der Nichtbenutzung wird die Serversitzung automatisch beendet. Um die Web-App weiter verwenden zu können, laden Sie sie noch einmal neu.

    Falls Sie Hilfe bei der Bedienung der Web-App benötigen, besuchen Sie bitte unsere → Hilfeseiten.

    Erste Ergebnisse

    Während des ersten Meldezeitraums des Monitorings Igel & Maulwurf wurden vom 15. bis zum 24. September 2023 ganze 4 617 Beobachtungen von Igeln mit 10 586 Individuen sowie 815 Beobachtungen von Maulwürfen mit 2 225 Individuen bzw. Hügeln auf NABU-naturgucker.de gemeldet.

    In den typischen Verteilungsdiagrammen der Funde über das Jahr fällt der Aktionszeitraum bei beiden Arten deutlich auf: Die Meldezahlen lagen erheblich über den normalen Durchschnittswerten. Unsere Aktion zeigt also erste Erfolge und hat sehr viele Menschen in Deutschland erreicht. Wir hoffen auf viele weitere Sichtungsmeldungen, um künftig die Situation der beiden Säugetierarten besser einschätzen zu können.

    Im September 2023 wurden besonders viele Igelsichtungen gemeldet
    Im September 2023 wurden besonders viele Igelsichtungen gemeldet
    Auch in Bezug auf den Maulwurf gilt, dass im September 2023 besonders viele Sichtungsmeldungen eintrafen
    Auch in Bezug auf den Maulwurf gilt, dass im September 2023 besonders viele Sichtungsmeldungen eintrafen

    Falls Sie sich anschauen möchten, welche Beobachtungen von anderen Aktiven bereits gemeldet wurden, werden Sie auf der → Projektseite fündig.

    Auf dem NABU|naturgucker-Kongress 2023 gab es außerdem einen Vortrag über das Projekt, in dem erste Ergebnisse vorgestellt wurden: → Igel und Maulwurf – Heimlichtuer im Fokus.

    Info- und Pressematerial rund um die Meldeaktion

    Falls Sie über die Aktion berichten möchten oder Infomaterial benötigen, das Sie zum Beispiel in Ihrer Naturschutz-Ortsgruppe verteilen möchten, sehen Sie sich gern in unserer → Materialsammlung um.

    Bitte beachten Sie, dass die Janosch-Motive ausschließlich in Verbindung mit einer Berichterstattung über die Igel- und Maulwurf-Meldeaktion verwendet werden dürfen!

    Fragen zur Bedienung der Web-App von NABU-naturgucker.de

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    1. Hubert et al. (2011): Ecological factors driving the higher hedgehog (Erinaceus europaeus) density in an urban area compared to the adjacent rural area, Landscape and Urban Planning Vol. 103, Ausgabe 1: 34-43. DOI: → 10.1016/j.landurbplan.2011.05.010 ↩︎