Beobachtungsprojekt Nester und Misteln

  • Misteln (Viscum album), (c) Rolf Jantz/NABU-naturgucker.de
    Misteln (Viscum album), (c) Rolf Jantz/NABU-naturgucker.de
Startseite der Web-App Nester & Misteln

Hier erfahren Sie alles über unser traditionell im Spätherbst und Winter stattfindendes Beobachtungsprojekt (Monitoring) Nester und Misteln. Gestartet wurde es in der Saison 2017/2018. Seitdem wird es jährlich durchgeführt.

Alle wichtigen Hintergrundinformationen sowie hilfreiche Angaben über die Zielarten stellen wir für Sie auf dieser Seite bereit. Um zu den einzelnen Textabschnitten zu gelangen, klicken Sie bitte in der Schnellnavigation auf das gewünschte Thema. So gelangen Sie direkt zum jeweiligen Text. Inhaltliche Fragen zum Monitoring können Sie an info@NABU-naturgucker.de senden. Den aktuellen Datenbestand können Sie auf NABU-naturgucker.de selbst jederzeit betrachten. Dort finden Sie auch sämtliche von den Melder*innen hochgeladenen Belegbilder zu den Beobachtungen.

Natürlich können Sie ohne Umschweife aktiv werden und selbst mitmachen. Übermitteln Sie Ihre Beobachtungsdaten ganz einfach mithilfe unserer kostenlosen Web-App, und das natürlich gern inklusive Ihrer Belegbilder. Sie muss nicht auf Ihrem Gerät installiert werden, sondern lässt sich im Browser öffnen. Verwenden können Sie sie per Smartphone und Tablet sowie auf Desktop-Geräten wie PCs und Macs und auf Laptops. Falls Sie Unterstützung bei der Bedienung der Web-App benötigen, schauen Sie bitte in unserer → Hilfetextsammlung nach.

Hintergründe

Während des Sommerhalbjahres, wenn die Laubbäume ihre Blätter tragen, fallen Vogelnester meist kaum auf. Sogar die großen Nester von Eulen und Elstern sowie die von Greifvögeln springen dann nicht unbedingt ins Auge. Dasselbe gilt in vielen Fällen für Misteln, sofern sie nicht gerade in sehr hoher Zahl in einem Baum wachsen. Das Aufspüren der Nester der Europäischen Eichhörnchen, Kobel genannt, ist ebenso eine große Herausforderung. Hinzu kommt, dass viele unserer heimischen Vögel vom Frühling bis in den Sommer hinein brüten. Es könnte sie deshalb stören, wenn sich Menschen in der Nähe ihrer Nester aufhalten.

Nachdem die Laubbäume ihre Blätter im Herbst abgeworfen haben, ändert sich die Lage. Das Brutgeschäft der Vögel ist abgeschlossen und es sollte deshalb unproblematisch sein, sich ihren Nestern zu nähern. Vogel- und Eichhörnchennester sind während dieser Zeit außerdem oft sehr gut zu erkennen. Lediglich die immergrünen Nadelbäume machen es uns nicht ganz so leicht. Sie verbergen die Nester auch im Winter vor unseren Blicken. Misteln lassen sich während der kalten Jahreszeit auf Laubbäumen bestens beobachten, da sie anders als diese im Winter grün bleiben.

Somit sind der Spätherbst und der Winter ideal dafür geeignet, sich der Fragestellung zu widmen, wo es Säugetiernester, Vogelnester oder Misteln gibt. Zudem existieren gute Gründe dafür, dass wir Ihr Augenmerk bei der Naturbeobachtung gern in diese Richtung lenken möchten.

Seit einigen Jahren ist die Mistel in Deutschland stark auf dem Vormarsch. Diese Pflanzenart kann hoch oben auf Ästen und Zweigen von Bäumen wachsen, weil sie ihre Wirte parasitiert. Mit ihren Wurzeln dringt sie in die Bäume ein und entzieht ihnen Nährstoffe sowie Wasser. Deshalb stellt die Mistel vor allem in Streuobstbeständen für die Obstbäume eine potenzielle Gefahr dar, siehe → Veröffentlichung des NABU. Aktuelle Daten zur Bestandsgröße der Mistel können helfen, ihre Ausbreitung noch intensiver zu erforschen.

Beim Betrachten der Bäume und Sträucher sowie in manchen Fällen der Nisthilfen kann im Winter aber nicht nur auf Misteln, sondern genauso auf größere Nester von Greifvögeln, Tauben, Rabenvögeln, Kormoranen, Graureihern und Weißstörchen geachtet werden. Werden entsprechende Beobachtungen gemeldet, lässt sich damit belegen, dass in dem jeweiligen Gebiet ein Brutrevier der Nestbauer gelegen haben muss beziehungsweise sich dort vielleicht eine noch aktive Brutkolonie befindet.

Eine Besonderheit ist, dass mitunter Vögel ihre Nester in Misteln errichten. Meist ist es schwierig, die Vogelart im Winter zu bestimmen, da die Tiere ihr Nest längst verlassen haben. Dennoch handelt es sich um ein interessantes Phänomen, dem Beachtung geschenkt werden sollte.

Befinden sie sich in Laubbäumen, werden im Winterhalbjahr auch die Nester der Eichhörnchen gut sichtbar. Mit ein wenig Glück kann man die flinken Säuger im Herbst sogar dabei beobachten, wie sie ihre Kobel errichten. Manchmal bauen sie diese Unterkünfte aus Naturmaterialien zudem in unmittelbarer Nähe des Menschen auf Balkonen oder sogar außen gelegenen Fensterbrettern.

Beobachtungszeitraum

Die besten Beobachtungsmöglichkeiten von Nestern und Misteln bieten sich in den Monaten 11 – 02 (03), also von November bis Februar und teils noch bis in den März hinein.

Selbstverständlich können Sie Ihre Beobachtungen der Zielarten aber ganzjährig auf NABU-naturgucker.de dokumentieren.

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Beobachtungsaufgabe

Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn Sie Ihre Sichtungen von Nestern und/oder von Misteln auf → NABU-naturgucker.de dokumentieren würden. Misteln zu erkennen, ist meist vergleichsweise leicht. Bei den Nestern gestaltet sich dieses Vorhaben ein klein wenig schwieriger. Als Hilfestellung haben wir für Sie Beschreibungen der Nester und Neststandorte der im Fokus dieses Beobachtungsprojektes stehenden Arten zusammengestellt, die Sie weiter unten finden. Vorab sei erwähnt, dass für uns im Zusammenhang mit Ihren Meldungen einige Details wichtig sind:

  • Möchten Sie uns Ihre Mistelbeobachtungen mitteilen, wäre es wünschenswert, dass Sie dabei vermerken, wie viele Exemplare Sie gesehen haben und auf welcher Baumart sie wuchsen. Das ist allerdings nur möglich, wenn Sie auf NABU-naturgucker.de angemeldet sind.
    Tipp: Auf der → entsprechenden Hilfeseite können Sie nachlesen, wie man einer Beobachtung eine zweite Art hinzufügt.
  • Sehr hilfreich wäre es zudem, wenn Sie die Beobachtung inklusive einer Punktverortung melden würden, was ganz leicht möglich ist, indem Sie in der unten verlinkten Web-App per Mausklick den Marker entsprechend auf der Karte platzieren. So lässt sich innerhalb eines Gebiets der genaue Standort der von Ihnen beobachteten Nester und/oder Misteln nachvollziehen.
  • Falls Sie es erkennen können, notieren Sie bitte, ob die gegebenenfalls von Ihnen gesichteten Misteln zum Beobachtungszeitpunkt Beeren getragen haben oder nicht. Dies können Sie in unserer Web-App im Auswahlfeld „Beobachtung“ angeben, indem Sie die Detailangabe „fruchtend/sporend“ auswählen.
  • Belegfotos zu Ihren Beobachtungen sind immer erwünscht!
  • Achten Sie beim Beobachten bitte stets darauf, beim Beobachten keine Tiere zu stören.

Das Aufspüren von Nestern ist im Winter oft keine allzu große Herausforderung. Sie einer Art zuzuordnen, ist hingegen in vielen Fällen nicht ganz so leicht. In diesem Beobachtungsprojekt konzentrieren wir uns deshalb auf leicht erkennbare Nesttypen, siehe weiter unten.

Selbstverständlich können Sie beim Melden der Nester gern eine Punktverortung durchführen. Ferner können Sie Fotos der Nester hochladen – und gern auch die von anderen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Auf NABU-naturgucker.de gibt es neben der Möglichkeit, diese Fotos als Belegbilder zu präsentieren, ebenso die Option, andere Mitglieder unseres Netzwerks um → Bestimmungshilfe zu bitten.

Zum Melden von Nestern und/oder Misteln sowie anderen Beobachtungen müssen Sie entweder bei NABU-naturgucker.de registriert sein und den Ihnen bekannten Weg für die Dateneingabe wählen. Oder Sie nutzen unsere Web-App, mit der Sie auch ohne Registrierung bei NABU-naturgucker.de Beobachtungen melden können.

Tipps zur Technik

Am besten läuft die Web-App im Browser Chrome. In anderen Browsern kann es zu längeren Ladezeiten etc. kommen.

Falls Sie Hilfe bei der Bedienung der Web-App benötigen, besuchen Sie bitte unsere → Hilfeseiten.

Vorstellungen der Zielarten

Mistel (Viscum album)

Hier geht es zum → Artporträt auf NABU-naturgucker.de.

Misteln im Gegenlicht, (c) Gaby Schulemann-Maier/NABU-naturgucker.de
Misteln im Gegenlicht, (c) Gaby Schulemann-Maier/NABU-naturgucker.de

Die Mistel oder Weißbeerige Mistel ist sattgrün bis gelblichgrün gefärbt und sie ist immergrün. Das bedeutet, sie trägt ihre Laubblätter ganzjährig und somit auch im Winter. Für gewöhnlich sitzen diese Pflanzen auf den Ästen anderer Gehölze und entziehen ihren Wirtspflanzen mithilfe ihrer Wurzeln Wasser sowie Mineralsalze. Hierdurch können sie recht groß werden. Im Geäst der Bäume bilden Misteln kugelige Büsche, die einen Durchmesser von bis zu 1 m haben können.

Von etwa Mitte Januar bis Anfang April dauert die Blütezeit, die Blüten sind unscheinbar und kaum zu sehen. Nach der Befruchtung benötigen die Beeren rund neun Monate zum Reifen. Meist sind die weißlich-durchscheinenden Beeren in der Adventszeit reif und ziehen dann Vögel wie die Misteldrossel an, die sie gern als Nahrung nutzen.

In Deutschland kommt die Mistel in drei Unterarten vor: die Laubholz-Mistel (Viscum album subsp. album), die Kiefern- oder Föhren-Mistel (Viscum album subsp. austriacum) und die Tannen-Mistel (Viscum album subsp. abietis) mit jeweils entsprechenden Wirtspflanzen. Auf NABU-naturgucker.de werden sie derzeit allesamt als Mistel (Viscum album) zusammengefasst. Weitere Namen lauten unter anderem Hexenbesen und Drudenfuß.

Verwechslungsart

Sehr ähnlich sieht die nach derzeitigem Kenntnisstand sehr seltene → Eichenmistel (Loranthus europaeus). Wie es ihr Name vermuten lässt, wächst sie mehrheitlich auf Eichen (Quercus) und gelegentlich auf der Edelkastanie (Castanea sativa).

Nester in Misteln

Mitunter nutzen Vögel Misteln als Basis für den Bau ihrer Nester. Bei kleineren Misteln dürfte es sich vermutlich in vielen Fällen um eher zierliche Vogelarten handeln, die darin nisten, also beispielsweise um Singvögel. Mehrheitlich gestaltet es sich als ausgesprochen schwierig, die Nester ihren Erbauern zuzuordnen, wenn die Vögel diese zum Beobachtungszeitpunkt nicht mehr nutzen. Doch so oder so ist dieses Phänomen faszinierend. Dass sich in Misteln Vogelnester befinden, wird manchmal vor allem dann deutlich, wenn durch einen Sturm die Äste abbrechen und zu Boden stürzen, an denen die Misteln wachsen. In der Bildersammlung gibt es zwei Beispiele für Nester in Misteln.

Tipp

Wenn Sie mithilfe unserer → Web-App Ihre Mistel-Beobachtungen melden möchten, können Sie unter „Beobachtung“ eintragen, ob die von Ihnen gesichteten Misteln gerade Beeren tragen. Wählen Sie dafür bitte „fruchtend/sporend“ aus.

Möchten Sie angeben, an welchem Baum die von Ihnen beobachteten Misteln wachsen, ist dies nur möglich, wenn Sie bei NABU-naturgucker.de angemeldet sind. Dort steht Ihnen beim Melden einer Beobachtung die Option zur Verfügung, eine zweite Art mit anzugeben. Wie Sie diese Eingabeoption aufrufen und nutzen können, erfahren Sie in unserem Hilfetext zum Thema. (Link später nachtragen)

Artimpressionen

Nester der Elster (Pica pica)

Hier geht es zum → Artporträt auf NABU-naturgucker.de.

Elster auf ihrem Nest, (c) Albrecht Baumert/NABU-naturgucker.de
Elster auf ihrem Nest, (c) Albrecht Baumert/NABU-naturgucker.de

Elstern (Pica pica) sind in Deutschland weit verbreitet. Sie sind uns in den Siedlungsraum gefolgt und dort lokal sehr häufig anzutreffen. Diese zur Familie der Rabenvögel gehörenden Tiere sind leicht zu erkennen. Ihr schwarz-weißes Gefieder und der lange gestufte Schwanz in Kombination mit ihrer Körpergröße von 46 cm machen sie unverwechselbar.

Ebenfalls recht gut als solche erkennbar sind die Nester der Elstern. Typisch für sie ist, dass sie recht groß wirken und zumeist eine kleine „Haube“ aus Zweigen aufweisen. Hierbei handelt es sich gewissermaßen um ein Dach, das den darunterliegenden Bereich vor Regen schützt.

Das Aussehen der Elsternester ist in vielen Fällen etwas diffuser und unordentlicher als das eines ähnlich großen Tauben- oder Greifvogelnestes. Krähennester sehen den Nestern der Elstern zwar durchaus ähnlich, haben aber für gewöhnlich keine „Haube“. Manche dieser Vögel fügen Müllteile in ihre Nester ein.

Tipp

Wenn Sie mithilfe unserer → Web-App Ihre Beobachtungen von Nestern der Elstern melden möchten, wählen Sie bitte unter „Beobachtung“ den Eintrag „Nest(er)“ aus. Falls Sie gerade Elstern dabei beobachten, wie sie an ihrem Nest bauen, steht Ihnen zum Dokumentieren dieses Verhaltens der Eintrag „Nestbau“ zur Verfügung.

Artimpressionen

Nester von Krähen der Gattung Corvus

Hier geht es zum → Gattungsporträt auf NABU-naturgucker.de.

Rabenkrähen-Paar am Nest, (c) Katrin Bürkle/NABU-naturgucker.de
Rabenkrähen-Paar am Nest, (c) Katrin Bürkle/NABU-naturgucker.de

Die Nester der in Deutschland heimischen Krähenarten – dies sind die → Rabenkrähe (Corvus corone), die überwiegend östlich der Elbe verbreitete → Nebelkrähe (Corvus corone subsp. cornix) sowie die → Saatkrähe (Corvus frugilegus) – befinden sich meist im Mittel- oder Außenbereich der Kronenregion von Bäumen. Gern nisten diese Vögel in recht großer Höhe im Geäst. In der Mehrheit der Fälle haben die Krähennester keine „Haube“, wie sie bei Elsternestern häufig zu beobachten ist.

Weil sich die Nester dieser drei Arten aus der Familie der Rabenvögel relativ ähnlich sehen, empfehlen wir Ihnen, für eine korrekte Bestimmung auf weitere Details zu achten. Saatkrähen brüten für gewöhnlich in Kolonien, weshalb sich normalerweise mehrere Nester derselben Bauart in unmittelbarer Nähe zueinander befinden. Bei den Nestern von Rabenkrähe und Nebelkrähe ist eine Unterscheidung oft nur anhand der in der Nähe beobachteten Krähen selbst möglich, siehe dazu auch unser → Bestimmungsschlüssel.

Tipp

Wenn Sie mithilfe unserer → Web-App Ihre Beobachtungen von Krähennestern melden möchten, wählen Sie bitte unter „Beobachtung“ den Eintrag „Nest(er)“ aus. Falls Sie gerade Krähen dabei beobachten, wie sie an ihrem Nest bauen, steht Ihnen zum Dokumentieren dieses Verhaltens der Eintrag „Nestbau“ zur Verfügung.

Artimpressionen

Nester von Greifvögeln der Familie der Habichtsverwandten (Accipitridae)

Hier geht es zum → Familienporträt auf NABU-naturgucker.de.

Mäusebussard auf seinem Nest, (c) Petra Kunz/NABU-naturgucker.de
Mäusebussard auf seinem Nest, (c) Petra Kunz/NABU-naturgucker.de

Große Vertreter der bei uns heimischen Greifvögel wie → Mäusebussard (Buteo buteo), → Rotmilan (Milvus milvus), → Sperber (Accipiter nisus) und → Habicht (Accipiter gentilis) bauen relativ große Nester. Diese werden auch Horste genannt. Sie wirken meist vergleichsweise kompakt und sie befinden sich recht weit oben in den jeweiligen Bäumen. Oft werden sie in den Zweigen in der Nähe des Baumstammes oder im Starkholz der Krone errichtet. In etlichen Fällen werden diese stabilen Nester später von anderen Arten, darunter beispielsweise Rabenvögel und Eulen, gern bezogen. Solche Folgenutzungen sind in der Natur keine Seltenheit.

Störungen unbedingt vermeiden

Wichtig beim Beobachten der Nester von Greifvögeln ist, dass die Tiere dadurch auf keinen Fall gestört werden sollten. Unter anderem deshalb fällt unser Beobachtungsprojekt in eine Zeit, in der die Brutsaison typischerweise noch nicht begonnen hat. Zum Ende des Projektzeitraums kann es vorkommen, dass manche Greifvögel bereits mit dem Nestbau beginnen. Halten Sie dann bitte unbedingt sehr großen Abstand, um die Tiere nicht durch Ihre Anwesenheit aus ihrem Revier zu vertreiben. Ein verantwortungsvoller Umgang mit den Vögeln sollte immer höchste Priorität haben! Mehr zum Thema naturverträgliches Verhalten beim Beobachten erfahren Sie im kostenlosen Lernangebot → Umsichtiges Naturgucken der NABU|naturgucker-Akademie.

Tipp

Wenn Sie mithilfe unserer → Web-App Ihre Beobachtungen von Greifvogelnestern melden möchten, wählen Sie bitte unter „Beobachtung“ den Eintrag „Nest(er)“ aus. Falls Sie gerade Greifvögel dabei beobachten, wie sie an ihrem Nest bauen, steht Ihnen zum Dokumentieren dieses Verhaltens der Eintrag „Nestbau“ zur Verfügung.

Artimpressionen

Die hier gezeigten Fotos sind teils ein wenig unscharf, weil sie aus Rücksicht auf die Tiere aus recht großer Entfernung aufgenommen wurden.

Nester von Tauben (Gattungen Columba und Streptopelia)

Hier geht es zum → Familienporträt auf NABU-naturgucker.de.

Ringeltaube auf ihrem Nest, (c) Inge Bartholomäus-Kaelcke/NABU-naturgucker.de
Ringeltaube auf ihrem Nest, (c) Inge Bartholomäus-Kaelcke/NABU-naturgucker.de

In Deutschland kommen mehrere Arten aus der Familie der Tauben (Columbidae) vor. Unser Beobachtungsprojekt konzentriert sich auf Wildtauben, die Straßentaube bleibt als verwildertes Haus- beziehungsweise Nutztier in diesem Fall außen vor. Zudem legt das Monitoring den Fokus auf gut sichtbare Wildtaubennester und damit hauptsächlich auf diejenigen der → Ringeltauben (Columba palumbus) und → Türkentauben (Streptopelia decaocto). Weil die hierzulande ebenfalls heimische → Turteltaube (Streptopelia turtur) sehr selten geworden ist, werden ihre Nester nicht allzu häufig beobachtet, doch entsprechende Fundmeldungen sind von großem Interesse. Einzig die → Hohltaube (Columba oenas) zieht ihren Nachwuchs normalerweise vor unseren Blicken verborgen in Höhlen auf; meist bezieht sie alte Spechthöhlen.

Die gut einsehbaren, offenen Taubennester sind für gewöhnlich ein wenig kleiner als Greifvogelnester. Außerdem sind sie weniger kompakt gebaut. Ihre eher lockere Konstruktion bringt es mit sich, dass man oft von unten durch sie hindurch sehen kann, sofern gerade keine Vögel in den Nestern sitzen.

Tipp

Wenn Sie mithilfe unserer → Web-App Ihre Beobachtungen von Taubennestern melden möchten, wählen Sie bitte unter „Beobachtung“ den Eintrag „Nest(er)“ aus. Falls Sie gerade Tauben dabei beobachten, wie sie an ihrem Nest bauen, steht Ihnen zum Dokumentieren dieses Verhaltens der Eintrag „Nestbau“ zur Verfügung.

Artimpressionen

Nester von Graureihern (Ardea cinerea)

Hier geht es zum → Artporträt auf NABU-naturgucker.de.

Graureiher auf seinem Nest, (c) Gaby Schulemann-Maier/NABU-naturgucker.de
Graureiher auf seinem Nest, (c) Gaby Schulemann-Maier/NABU-naturgucker.de

Zwischen März und Juni brüten Graureiher in Deutschland, die Brutdauer beträgt 25 bis 26 Tage. Die Jungen sind circa 50 Tage nach dem Schlüpfen flugfähig.

Bevorzugte Niststandorte der Graureiher befinden sich häufig in unmittelbarer Nähe von Gewässern wie Flüssen, Seen oder Teichen. An manchen Küstenlagunen finden sich ebenfalls Kolonien dieser rund einen Meter langen Vögel.

Für gewöhnlich bauen Graureiher ihre meist recht breiten, schalenförmigen und eher kompakten Nester auf Bäumen, gelegentlich aber auch auf Sträuchern. Die Nester sind nach oben offen und bestehen aus ineinandergesteckten Zweigen. Graureiher brüten in Kolonien, die bis zu 100 Nester umfassen können und oft über viele Jahre bestehen. Weil sie ähnliche Lebensraumansprüche haben wie die → Kormorane, gibt es mancherorts gemischte Brutkolonien dieser beiden Vogelarten.

Tipp

Wenn Sie mithilfe unserer → Web-App Ihre Beobachtungen von Graureihernestern melden möchten, wählen Sie bitte unter „Beobachtung“ den Eintrag „Nest(er)“ aus. Falls Sie gerade Graureiher dabei beobachten, wie sie an ihrem Nest bauen, steht Ihnen zum Dokumentieren dieses Verhaltens der Eintrag „Nestbau“ zur Verfügung.

Artimpressionen

Nester von Kormoranen (Phalacrocorax carbo)

Hier geht es zum → Artporträt auf NABU-naturgucker.de.

Kormorane am Nest, (c) Ute Matzkows/NABU-naturgucker.de
Kormorane am Nest, (c) Ute Matzkows/NABU-naturgucker.de

Etwa von Mitte/Ende März bis Anfang Juli dauert die Brutperiode der Kormorane in Mitteleuropa. Während dieser Zeit wärmen die Weibchen rund 28 Tage die Eier, dann schlüpft der Nachwuchs. Die Nestlingszeit beträgt bei den Kormoranen etwa 48 bis 50 Tage.

Als Wasservögel bauen Kormorane ihre Nester in der Regel an Gewässerufern, darunter Flüsse, Seen und Teiche. Entlang der Küsten brüten Kormorane ebenfalls. Sie errichten ihre relativ großen und kompakten, schalenförmigen und nach oben offenen Nester aus Zweigen, die sie in Bäumen oder auf Absätzen von Felsen ablegen. Zwischen die Zweige mischen Kormorane leider nicht selten Müll wie Plastiktütenreste oder Ähnliches.

Kormorane brüten für gewöhnlich nicht einzeln, sondern in Kolonien. Diese gemeinschaftlichen Brutplätze werden häufig viele Jahre bis Jahrzehnte genutzt. Dabei färben sich die Äste der Nester sowie der Brutbäume vom Kot der Kormorane mit der Zeit weiß; der Kot kann zudem Bäume zum Absterben bringen. In manchen Gegenden gibt es gemischte Brutkolonien der Kormorane und der → Graureiher, weil beide Arten ähnliche Lebensraumansprüche haben.

Tipp

Wenn Sie mithilfe unserer → Web-App Ihre Beobachtungen von Kormorannestern melden möchten, wählen Sie bitte unter „Beobachtung“ den Eintrag „Nest(er)“ aus. Falls Sie gerade Kormorane dabei beobachten, wie sie an ihrem Nest bauen, steht Ihnen zum Dokumentieren dieses Verhaltens der Eintrag „Nestbau“ zur Verfügung.

Artimpressionen

Nester (Kobel) von Europäischen Eichhörnchen (Sciurus vulgaris)

Hier geht es zum → Artporträt auf NABU-naturgucker.de.

Kobel eines Europäischen Eichhörnchens, (c) Sonja Klein/NABU-naturgucker.de
Kobel eines Europäischen Eichhörnchens, (c) Sonja Klein/NABU-naturgucker.de

Um sich zum Schlafen oder zum Ruhen am Tage zurückziehen zu können, bauen Europäische Eichhörnchen Nester, die als Kobel bezeichnet werden. Meist befinden sich diese kugelförmigen, hohlen Bauten in Astgabeln oder an der Basis eines stabilen Astes. Bevorzugt errichten Eichhörnchen ihre Kobel in einer Höhe von mehr als 6 m über dem Boden.

Ist es im Winter sehr kalt, kann es vorkommen, dass Eichhörnchen über längere Zeiträume kaum aktiv sind. Sie verbringen einen großen Teil der Zeit in ihrem Kobel und sparen so Energie. Einen Winterschlaf halten diese Tiere jedoch nicht.

Wer schon ab dem frühen Herbst seine Aufmerksamkeit auf Eichhörnchen richtet, kann sie mitunter dabei beobachten, wie sie ihre Kobel bauen. Sie tragen Zweige zusammen und polstern das Innere mit Baumrinde, Flechten und Moosen aus. Gelegentlich findet sich auch Müll wie Plastiktütenreste zwischen dem Baumaterial der Kobel.

Tipp

Wenn Sie mithilfe unserer → Web-App Ihre Beobachtungen von Eichhörnchennestern melden möchten, wählen Sie bitte unter „Beobachtung“ den Eintrag „Nest(er)“ aus. Meist sind die Kobel zwar schon vor dem Projektzeitraum dieses Monitorings, also vor November, fertiggestellt. Falls Sie aber trotzdem ein Eichhörnchen dabei beobachten können, wie es an seinem Nest baut, steht Ihnen zum Dokumentieren dieses Verhaltens der Eintrag „Nestbau“ zur Verfügung.

Artimpressionen

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